BITT: Beratungen zu Innovation und Technologietransfer Rheinland-Pfalz

BITT

Guter Rat muss nicht teuer sein. Ihre Beratungskosten können bezuschusst werden.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Rheinland-Pfalz können mit BITT mehrere Förderungen gleichzeitig erhalten. Eine Auflistung der insgesamt
sechs BITT-Förderbereiche finden Sie im BITT-Flyer und hier:

Sechs Förderbereiche - jeder kann einzeln in Anspruch genommen werden

  • BITT: Technologieorientierte Beratung
  • BITT: Beratung zur Einführung spezieller EDV / Informationstechnik
  • BITT: Beratungen zum Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems
  • BITT: Beratungen zum Aufbau eines Innovationsmanagementsystems
  • BITT: Patent- und Datenbankrecherchen, Informationsvermittlung
  • BITT: Begutachtungen von technologieorientierten Fördervorhaben

Von der Förderung ausgeschlossen sind:
(1) fortlaufende oder in regelmäßigen Abständen in Anspruch genommene Beratungen oder Beratungen, die zu den gewöhnlichen Betriebskosten des Unternehmens gehören wie laufende Steuerberatung, regelmäßige Rechtsberatung oder Werbung;
(2) Rezertifizierungen, Überwachungs- und Wiederholungsaudits;
(3) Beratungsleistungen, für die andere öffentliche Mittel beantragt oder gewährt wurden.

BITT-Beratung als Hilfe zur Selbsthilfe

Beratung: ja - Umsetzung: nein! Das beratene Unternehmen soll durch die mit BITT geförderte Beratung konkrete Handlungsempfehlungen erhalten. So weiss der Unternehmer, was zu tun ist, z. B. zur Nutzung einer neuen Technologie oder zur Einführung eines Innovationsmanagementsystems.
Jede praktische Umsetzung durch den Berater, die vom Berater durchgeführte Mitarbeiterschulung, die vom Berater durchgeführten Kundeninterviews zur Markteinführung usw. - das alles wird mit BITT nicht gefördert.
Grundsätzlich kann der Berater im Anschluss an die Beratung auch mit der Umsetzung beauftragt werden. In diesem Fall sind Beratungs- und Umsetzungsangebot sowie Beratungs- und Umsetzungsvertrag erkennbar zu trennen.
Nicht förderfähige Bestandteile im Beratungsangebot werden von der antragannehmenden Kammer herausgerechnet - die Förderempfehlung der Kammer an die ISB weicht dann vom Antrag ab und fällt entsprechend geringer aus.

Aus der Praxis

Unternehmen nutzen das BITT-Förderprogramm vorrangig für Beratungen durch freie Berater, Hochschullehrer oder Forschungseinrichtungen bei der Umsetzung neuer Technologien im Produkt- und Fertigungsbereich, zum Aufbau neuer Produktionskonzepte und Herstellungsverfahren sowie zur Einführung von Qualitäts- und Innovations-Managementsystemen.
Was viele nicht wissen: Auch die technologieorientierte Beratung zu Themen des Umweltschutzes, zur Energieeinsparung und der Ressourceneffizienz ist mit BITT förderfähig, ebenso die Beratung bei der Planung und Durchführung von technologieorientierten FuE-Vorhaben (einschließlich der Erstellung eines Antrags zur FuE-Förderung) oder bei der Einführung spezieller EDV/ Informationstechnik.
Damit ist die Vielseitigkeit von BITT noch nicht erschöpft. Nimmt  ein Unternehmen Informationsvermittlungsstellen oder Datenbankrecherchen in Anspruch, beispielsweise für Patentrecherchen oder für Recherchen zum Stand der Technik, können die Kosten bezuschusst werden.
BITT fördert auch die Erstellung von Gutachten, die mitunter im Rahmen von technologieorientierten Fördervorhaben vorgelegt werden müssen (z. B. InnoTop oder ZIM).
TIPP | Auch wenn z. B. Ihre Technologieorientierte Beratung schon bezuschusst wurde, können Sie in den anderen Förderbereichen trotzdem noch eine Förderung erhalten, beispielsweise zum Aufbau eines QMS oder zur Einführung spezieller EDV.
TIPP | Die maximal förderfähigen Tagewerke innerhalb eines Förderbereiches können Sie auch splitten. Zum Beispiel für eine Technologieorientierte Beratung sind innerhalb von drei Steuerjahren maximal 15 Tagewerke (= 15 x 8 Beraterstunden) förderfähig. So könnten Sie zuerst eine Einführungsberatung mit wenigen Beratungstagen und später eine Vertiefungsberatung für die übrigen Tagewerke zur Förderung beantragen. Dabei muss nicht zwingend der gleiche Berater an Ihrer Seite stehen. Und nach Ablauf von drei Steuerjahren könnten Sie wieder einen Zuschuss zu 15 x 8 Beratungsstunden erhalten. ... Das gilt entsprechend auch für die anderen Förderbereiche.

1. Berater auswählen

-> Mögliche Berater vorauswählen
-> Kostenfreie Erstgespräche führen
-> Mehrere Beratungsangebote einholen
-> Beraterauswahl treffen
Wenn die Beratungskosten mit BITT förderfähig sein sollen, kommen als Berater in Frage:
  • Hochschullehrer,
  • Forschungseinrichtungen,
  • Beratungsunternehmen,
mit den erforderlichen Fähigkeiten, ausreichender Erfahrung und mit der notwendigen Zuverlässigkeit.
Welcher Berater, welche Recherche- oder Informationsvermittlungsstelle zum beratungssuchenden Unternehmen und zum Projekt passt, kann letztlich nur der Auftraggeber selbst entscheiden.
Wo findet man den passenden Berater?
... oder eine Recherche- / Informationsvermittlungsstelle?
(1) Fragen Sie Ihre Unternehmerkollegen, ob Sie ihnen einen Berater empfehlen können.
(2) Informieren Sie sich im Internet: Präsentation, Referenzen und Kundenbewertungen geben wertvolle Hinweise.
(3) Recherchieren Sie in öffentliche Beraterdatenbanken:
  • Hinweise zur Beraterauswahl
Hinweise zum Beratungsangebot als Teil eines BITT-Antrags:
  • Hinweise zum Beratungsangebot

2. BITT-Antrag bei Ihrer IHK

-> BITT-Förderung bei Ihrer IHK beantragen
-> Bewilligungsbescheid der ISB abwarten
Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern des Landes beraten ihre Mitgliedsunternehmen zu BITT und nehmen den Förderantrag entgegen.
Anträge sind vor Beauftragung der Beratung oder Maßnahme bei Ihrer Kammer zu stellen:
BITT-Antrag
KMU-Erklärung
KMU-Merkblatt der ISB mit KMU-Prüfung
Ein ausführliches Beratungsangebot bzw. Rechercheangebot, das Aufschluss über Art und Umfang der geplanten Beratung/Maßnahme gibt.
Der Berater muss ggf. auf Nachfrage der Kammer seine Qualifikation nachweisen.
Grundlage der BITT-Förderung ist die Verwaltungsvorschrift vom November 2015.
Bewilligung und Auszahlung des Zuschusses erfolgen durch die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Ein Anspruch auf eine BITT-Förderung besteht nicht. Die ISB entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
Die Beratung/Maßnahme darf erst nach Erhalt des BITT-Förderbescheides beauftragt und begonnen werden. Ausnahme: Es ist förderunschädlich, wenn mit der Beratung/ Maßnahme bereits nach Erhalt der schriftlichen Eingangsbestätigung der ISB begonnen wird. Hieraus kann jedoch kein Anspruch auf spätere Förderung abgeleitet werden.  Bei „Begutachtungen“ wird der Gutachter in der Regel von der ISB beauftragt, so dass bei diesem Beratungsschwerpunkt keine Bewilligungszusage der ISB abgewartet werden muss.

3. Bescheid, Fristen

Der Zuwendungsbescheid der ISB ist ein rechtsverbindlicher Bescheid zur Gewährung von Fördermitteln an einen Zuwendungsempfänger. Die rechtliche Grundlage ist die Verwaltungsvorschrift vom November 2015.
Der Zuwendungsbescheid ist an die Erfüllung bestimmter Förderzwecke, die Einhaltung der angegebenen Fristen und die Vorlage von Verwendungsnachweisen gebunden. Werden diese nicht erfüllt/erbracht, kann der Anspruch auf die Förderung verloren gehen oder die ISB hat einen Rückforderungsanspruch.
Zwei Fristen sind zu beachten:
(1) Beratungsfrist (bis wann die Beratung/Maßnahme abgeschlossen sein muss)
(2) Frist zur Vorlage der Verwendungsnachweise (Abrechnungsunterlagen).
ln begründeten  Ausnahmefällen können diese Fristen nach pflichtgemäßem Ermessen durch die Investitions-  und Strukturbank (ISB) verlängert werden. Dazu ist rechtzeitig vorher mit der ISB Kontakt aufzunehmen und ein formloser Antrag zu stellen.

4. Beauftragung und Beginn der Beratung/Maßnahme

-> Bewilligungsbescheid der ISB abwarten
-> Beratungsvertrag schließen / Maßnahme beauftragen
-> ggf. Honoraranzahlung leisten
-> während einer Beratung: Vorgehensweise erläutern lassen mit Lösungen, die wirklich weiterhelfen
Die Beratung/Maßnahme darf erst nach Erhalt des BITT-Förderbescheides beauftragt und begonnen werden.
Ausnahme: Es ist förderunschädlich, wenn mit der Beratung/ Maßnahme bereits nach Erhalt der schriftlichen Eingangsbestätigung der ISB begonnen wird. Hieraus kann jedoch kein Anspruch auf spätere Förderung abgeleitet werden. 
Bei „Begutachtungen“ wird der Gutachter in der Regel von der ISB beauftragt, so dass bei diesem Beratungsschwerpunkt keine Bewilligungszusage der ISB abgewartet werden muss.
  • Hinweise zum Beratungsvertrag

5. Abrechnung, Verwendungsnachweis, Dokumentation

Vom Ende der Beratung/Maßnahme bis zur Auszahlung des BITT-Zuschusses:
-> Beratung / Maßnahme fristgerecht abschließen
-> Beratungsbericht bzw. Ergebnis erläutern lassen
-> (Restbetrag des) Honorar(s) zahlen
-> Verwendungsnachweise fristgerecht an die IHK schicken
-> BITT-Zuschuss wird von der ISB ausgezahlt
Der Zuwendungsbescheid der ISB enthält alle Einzelheiten zu den erforderlichen Verwendungsnachweisen (Abrechnungsunterlagen). Sie sind bei der Kammer einzureichen, die schon Ihrem BITT-Antrag entgegengenommen hat.
  • Verwendungsnachweise
  • Hinweise zum Beratungbericht
Die Dokumentationspflichten uvm. sind in den  "Allgemeine Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung" (ANBest-P) geregelt. Diese sind Bestandteil des Zuwendungsbescheides, soweit dort nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist.
Danach muss der Zuwendungsempfänger die Belege und sonstigen Unterlagen 5 Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises aufbewahren, sofern nicht nach steuerrechtlichen oder anderen Vorschriften eine längere Aufbewahrungsfrist bestimmt ist. Zur Aufbewahrung können auch Bild- oder Datenträger verwendet werden.