Pressemitteilung

Rheinland-pfälzische IHKs warnen vor Zuspitzung des Handelskonflikts

Die Europäische Union setzt bereits morgen (22.06.2018) und damit zehn Tage früher als angekündigt Gegenmaßnahmen gegen die Zusatzzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU in Kraft. Aus Sicht der rheinland-pfälzischen Wirtschaft stellt die Einführung dieser Abgaben eine besorgniserregende Entwicklung dar.
Als Reaktion auf die US-Maßnahmen erhebt die EU künftig Zusatzzölle ebenfalls beim Import von Stahl- und Aluminiumerzeugnissen sowie bei bestimmten landwirtschaftlichen Erzeugnissen und einer Reihe weiterer Waren aus US-Produktion. Dazu zählen unter anderem Reis, Erdnussbutter, Bourbon Whiskey und Jeans. „Einerseits ist es eine richtige und angemessene Reaktion, dass die EU die ungerechtfertigten Zusatzzölle der USA mit entsprechenden eigenen Zöllen beantwortet“, erklärt Volker Scherer, Sprecher International der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). „Andererseits hat dieser Schritt negative Folgen, da dadurch neue Handelsbarrieren aufgebaut werden, was am Ende zu höheren Kosten für Unternehmen und Verbraucher führt. Deswegen appellieren wir an die EU-Kommission, in direkten Gesprächen eine Lösung im Handelsstreit mit den USA zu suchen, um den drohenden Handelskrieg abzuwenden“, so Scherer.
Die USA sind für Rheinland-Pfalz der drittwichtigste ausländische Handelspartner. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von 4,7 Mrd. Euro aus Rheinland-Pfalz in die USA exportiert und Waren im Wert von 2,6 Mrd. Euro aus den USA nach Rheinland-Pfalz importiert. Die wichtigsten Einfuhrgüter aus den USA sind Luftfahrzeuge, medizinische Geräte sowie chemische und pharmazeutische Erzeugnisse. Die wichtigsten Exportgüter, die aus Rheinland-Pfalz in die USA geliefert werden, sind pharmazeutische Erzeugnisse, chemische Grundstoffe, Düngemittel, Kunststoffe in Primärform, Maschinen und Kfz-Teile.
 
Die Liste der betroffenen Waren können Sie hier finden.